- Fotostory -

Hornisse (Vespa crabro)

 

Unsere größte einheimische Faltenwespe ist die Hornisse (Vespa crabro), sie wird bis zu 38mm groß.

An einem warmen Vormittag im Juli, bin ich im Wald unterwegs um Laubfrösche zu fotografieren. Während der Suche nach den Fröschen ist plötzlich in der niedrigen Vegetation, ein paar Meter neben mir, ein ungewöhnlich lautes Brummen zu hören.

Beim Nachsehen entdecke ich eine Hornisse, die eine Strauchschrecke angreift und blitzartig überwältigt. Die Schrecke ist etwa genauso groß und schwer, wie die angreifende Hornisse, - sie ist die größte bei uns vorkommende Faltenwespe. Bei ihrem Überfall erwischt die Hornisse die Strauchschrecke perfekt von hinten. Sie umklammert sofort den Körper der Schrecke mit ihren Beinen und beißt ihr mit den kräftigen Mandibeln (Mundwerkzeugen) den Kopf ab. Als nächstes werden der Beute die Flügel und die Beine abgebissen. Danach trennt die Hornisse mit ihren Mandibeln die Strauchschrecke in der Mitte durch, um anschließend den vorderen Teil, mit Hilfe von Beinen und Mundwerkzeugen zu einem großen Klumpen zu formen. Mit diesem Fleischklumpen fliegt sie ab, um ihre Beute in das Hornissennest zu tragen, die Reste der Heuschrecke bleiben auf dem Blatt der Telekie (Telecia speciosa) zurück.

Gespannt warte ich darauf, ob die große Wespe zurück kommt, um die Reste der Beute zu holen. Mehrmals fliegen Hornissen bei ihrer Jagd vorbei, aber keine von ihnen landet. Nach etwa 8 Minuten kommt "meine" Hornisse tatsächlich zurück. Sie landet zielgerichtet an den Resten der Strauchschrecke und versucht zunächst den Legeapparat vom Hinterkörper abzubeißen. Als das aber nicht gelingt, versucht die große Wespe mit dem kompletten Rest der Beute zu starten. Erst nach mehreren Versuchen gelingt es der Hornisse dann, mit der zweiten Hälfte ihrer großen Beute zu starten.

Fotos: Canon EOS / 100mm Makro / Canon MR 14EX Ringblitz